Eine Anleitung ohne Agentur-Floskeln: Google-Unternehmensprofil, Seiten für Ihre Leistungen, Portfolios, die Google lesen kann, und Fotos, die in der Bildersuche auftauchen. Mit echten Suchvolumen und den Regeln, die Google selbst veröffentlicht.
Kurz gesagt: Als Fotografin oder Fotograf werden Sie bei Google über drei Wege gefunden. Erstens über die lokale Suche („Fotograf in der Nähe“), die vor allem das Google-Unternehmensprofil bestimmt. Zweitens über Seiten für Ihre Leistungen, etwa „Hochzeitsfotograf Köln“ oder „Bewerbungsfotos Hamburg“. Drittens über die Bildersuche, für die Ihre Fotos Dateinamen, Alt-Texte und Text in der Nähe brauchen. Dazu kommt eine schnelle Website. Alles davon können Sie selbst umsetzen.
Kaum jemand sucht nach „Fotograf“ allein. Gesucht wird nach einer Leistung, oft mit Ort oder „in der Nähe“. Einige monatliche Suchvolumen in Deutschland (Ahrefs, Oktober 2026):
| Suchbegriff | Suchen pro Monat | Was die Person will |
|---|---|---|
| fotograf in der nähe | 8.500 | Jemanden in der Umgebung, meist mit Karte in den Ergebnissen |
| hochzeitsfotograf | 6.400 | Fotograf für eine Hochzeit, Ort folgt oft später |
| bewerbungsfotos | 4.900 | Termin, Preis, Studio |
| fotostudio in der nähe | 2.100 | Ein Studio, das man besuchen kann |
| fotograf berlin | 900 | Fotograf in einer bestimmten Stadt |
| hochzeitsfotograf münchen | 800 | Leistung + Stadt |
| businessfotos | 800 | Porträts für Website und LinkedIn |
| hochzeitsfotograf köln | 500 | Leistung + Stadt |
| babyfotograf | 400 | Neugeborenen- und Babyfotos |
Daraus folgt der wichtigste Grundsatz: Ihre Website braucht für jede Leistung, die Sie verkaufen, eine Seite, die genau diese Suche beantwortet. Und für „in der Nähe“-Suchen braucht Google Ihr Unternehmensprofil.
Bei Suchen wie „Fotograf in der Nähe“ zeigt Google meist eine Karte mit drei Einträgen. Diese Einträge kommen aus Google-Unternehmensprofilen, nicht von Websites. Google nennt drei Faktoren für das lokale Ranking: Relevanz (wie gut das Profil zur Suche passt), Entfernung (wie weit das Unternehmen von der suchenden Person entfernt ist) und Bekanntheit. Für die Bekanntheit zählt laut Google unter anderem, wie viele Websites auf Ihr Unternehmen verlinken und wie viele Rezensionen Sie haben. Kaufen lässt sich ein besseres lokales Ranking ausdrücklich nicht.
Eine Startseite, die „Hochzeiten, Business, Familien, Produkte“ aufzählt, rankt für keine dieser Suchen gut. Besser: eine eigene Seite pro Leistung, zum Beispiel /hochzeitsfotografie/, /businessfotos/, /bewerbungsfotos/. Jede Seite sollte enthalten:
Vorsicht bei Städteseiten: Viele Fotografen legen für jede Stadt im Umkreis eine fast gleiche Seite an. Google nennt genau das in seinen Spam-Richtlinien als Beispiel für „Doorway“-Seiten: Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte zielen und Besucher nur auf eine andere Seite weiterleiten. Eine eigene Seite für eine Stadt lohnt sich nur, wenn sie wirklich eigenen Inhalt hat, etwa Shootings an bekannten Orten dort, Locations und passende Referenzen.
Viele Fotografen-Websites zeigen wunderschöne Bilder, die Google kaum versteht. Typische Ursachen und was Google dazu sagt:
| Problem | Warum es schadet | Lösung |
|---|---|---|
| Bilder als CSS-Hintergrund | Google schreibt: CSS-Bilder werden nicht indexiert | Wichtige Fotos als normales <img>-Element einbinden |
| Galerie ohne Text | Google empfiehlt, Bilder in die Nähe von passendem Text zu stellen | Zu jeder Galerie ein paar Sätze: Anlass, Ort, Stil |
| 200 Bilder auf einer Seite | Lange Ladezeit, schwache Bewertung der Seite | Eine Auswahl von 15–30 starken Bildern pro Seite; den Rest in die Kundengalerie |
| Dateinamen wie DSC_0421.jpg | Google bekommt keinen Hinweis auf das Motiv | Beschreibende Namen: hochzeit-schloss-paffendorf-trauung.jpg |
| Kein Alt-Text | Screenreader und Google erfahren nicht, was zu sehen ist | Kurzer Satzteil, der das Bild beschreibt |
| Passwortgeschützte Kundengalerien | Google kann sie nicht sehen (und soll es auch nicht) | Private Galerien privat lassen; öffentliche Auswahl separat zeigen |
Für Fotografen ist die Bildersuche ein eigener Kanal. Wer nach „Hochzeit Schloss Paffendorf“ oder „Familienshooting Strand Sylt“ sucht, sieht dort zuerst Bilder, und jedes Bild führt zu einer Website.
alt="Brautpaar beim ersten Tanz unter Lichterketten in einer Scheune". Anleitung für WordPress: Bild-Alt-Text in WordPress.Mehr zu Kameradaten und IPTC steht in unserem Artikel Beeinflussen EXIF- und IPTC-Daten die Bilder-SEO?
Fotografen-Websites sind oft die langsamsten im Netz, weil Originaldateien mit mehreren Megabyte hochgeladen werden. Drei Schritte reichen meist:
Ein Fotografen-Blog muss keine Ratgeber über Blende und ISO enthalten. Für Kunden interessanter und für Google eindeutiger sind Beiträge über echte Aufträge: „Hochzeit im Schloss Paffendorf im September“, „Businessfotos für ein Architekturbüro in Ehrenfeld“. So entstehen nach und nach Seiten zu Orten und Anlässen, nach denen Menschen suchen. Sinnvoll sind kurze Texte zu Ort, Ablauf und Licht, eine Auswahl der Bilder und ein Link zur passenden Leistungsseite.
Zeigen Sie Menschen nur mit deren Einwilligung und klären Sie das am besten schon im Vertrag. Das ist keine Rechtsberatung; die Details hängen vom Einzelfall ab.
Wie oben erwähnt, zählt Google für die lokale Bekanntheit auch, wie viele Websites auf Sie verlinken. Für Fotografen gibt es naheliegende Quellen:
Gekaufte Links oder Linknetzwerke verstoßen gegen die Google-Richtlinien und sind das Risiko nicht wert.
Teure Tools brauchen Sie für den Anfang nicht. Diese reichen:
| Tool | Wofür | Kosten |
|---|---|---|
| Google Search Console | Sehen, bei welchen Suchen Ihre Website erscheint und welche Seiten Klicks bekommen | Kostenlos |
| Google-Unternehmensprofil | Lokale Sichtbarkeit, Rezensionen, Anrufe und Routenanfragen | Kostenlos |
| PageSpeed Insights | Ladezeit und Core Web Vitals prüfen | Kostenlos |
| Ein SEO-Plugin für WordPress (z. B. Yoast SEO oder Rank Math) | Seitentitel, Beschreibungen, Sitemap | Grundversion kostenlos |
| ImageSEO (unser Plugin) | Alt-Texte und Dateinamen für viele Fotos automatisch schreiben; komprimiert keine Bilder | 10 Bilder pro Monat kostenlos, danach Tarife |
Offenlegung: ImageSEO ist unser eigenes Produkt. Es ist nützlich, wenn Sie Hunderte Fotos ohne Alt-Text haben. Für ein paar Dutzend Bilder geht es auch von Hand.
Die Grundlagen in dieser Anleitung kosten vor allem Zeit: Unternehmensprofil, Leistungsseiten, Bilder und Rezensionen können Sie selbst umsetzen. Eine Agentur lohnt sich eher, wenn Sie in einer großen Stadt mit viel Konkurrenz arbeiten und keine Zeit für Texte haben. Lassen Sie sich dann genau zeigen, was gemacht wird und woran der Erfolg gemessen wird.
Dafür gibt es keine feste Zahl. Änderungen am Unternehmensprofil können schnell sichtbar werden. Neue Seiten muss Google erst finden und einordnen, das dauert oft Wochen bis Monate. Prüfen Sie den Fortschritt in der Search Console statt nach Gefühl.
Instagram ist gut, um gesehen zu werden, aber dort sucht kaum jemand nach „Hochzeitsfotograf Köln“. Bei Google tun das jeden Monat Hunderte Menschen. Beides ergänzt sich: Verlinken Sie im Profil auf Ihre Website.
Sie bringt vor allem Besucher, die nach Orten und Anlässen suchen, zum Beispiel Paare, die sich eine Location ansehen. Wenn das Bild auf eine Seite mit Ihrem Angebot führt, wird daraus eine Anfrage. Deshalb sollten Portfolio-Bilder immer auf Seiten mit Text und Kontaktmöglichkeit stehen.
Nein. Eine Seite pro Leistung mit Ihrem Haupt-Einzugsgebiet reicht meist. Zusätzliche Städteseiten nur mit wirklich eigenem Inhalt, sonst gelten sie für Google als Doorway-Seiten.
Wichtiger als das System ist, ob Sie Seitentitel, Alt-Texte, Dateinamen und eigene Seiten pro Leistung anlegen können. WordPress bietet hier die meisten Möglichkeiten; viele Baukästen können es inzwischen auch. Prüfen Sie vor allem, ob Galeriebilder als normale Bilder im HTML stehen.
Weiterlesen: unsere Bilder-SEO-Checkliste mit allen Schritten für Bilder in Google.
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